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Texte: Hubert Lebeau Fotos: www.idm.de

1. Lauf 2004 - Sachsenring
Hinter Steinhausen ging die Post ab

Die letztjährigen Meister Jörg Steinhausen/Trevor Hopkinson (Suzuki) dominierten erwartungsgemäß auch den IDM-Saisonauftakt 2004 auf dem Sachsenring. Nach 15 Runden auf dem Sachsenring hatten die Vizeweltmeister des Jahres 2003 standesgemäße 51 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz. Und die ist in der Internationalen Deutschen Meisterschaft nicht von Pappe.
Hinter dem „Überflieger“ Steinhausen, der die Pole Position zu einem Rennen „Auf Nimmer Wiedersehen“ nutzte, beharkten sich in der Anfangsphase des Rennens die beiden Suzuki-Gespanne von Moser/Wäfler und Roscher/Hänni, während die beim Start um fünf Plätze nach vorn geschossenen Hock/Heidenreich (Kawasaki) das Verfolgerfeld anführten. Fünf Runden konnte Hock die 4. Position verteidigen, dann musste er den WM-erfahrenen Markus Schlosser vorbei lassen. Einen Umlauf darauf schied der Hesse mit Fahrwerksproblemen aus. Wieder nur eine Runde später kamen sich Moser und Roscher so ins Gehege, dass der Österreicher ebenfalls das Rennen aufgeben musste, während Roscher/Hänni weiter fahren und einen sicheren zweiten Platz vor den Schweizern Schlosser/Ruckli feiern konnten. Nach dem Rennen gingen zwischen Moser und Roscher die Meinungen, wer die Kollision verursacht hatte, weit auseinander.
Noch kürzer war das Rennen für die Sensations-Dritten des Trainings, die Tschechen Tomas Foukal und Jiri Pertlicek. Nach zwei Jahren im Mittelfeld ließ es das Fuki Racing Team aus Prag auf dem Sachsenring mächtig fliegen. Allerdings nur vier Runden lang, dann rodelte die schnelle Yamaha des anscheinend leicht übermotivierten Foukal ins Kiesbett. Allerdings wird mit den schnellen Tschechen in dieser Saison noch sehr zu rechnen sein.
Ein anderes Team, das das Mittelfeld endgültig verlassen zu haben scheint, sind Thalmann/Roth (Suzuki). Ebenfalls im dritten Jahr in der IDM unterwegs, sorgten die Schweizer im Training mit Platz sieben in der dritten Reihe für Aufmerksamkeit. Vom Start weg ließen sie die Sachsen Wolfram Centner und Uwe Göttlich, die zu beiden Seiten des schweizerischen Gespanns das Rennen aufnahmen, hinter sich. Thalmann etablierte sich zunächst auf dem 5. Platz und hatte auch nach 15 Runden diese Position inne. Nach dem Ausfall von Hock/Heidenreich musste er nur die Österreicher Doppler/Wagner (Yamaha) passieren lassen. Die Meister des Jahres 2002 setzten Schlosser/Ruckli gehörig unter Druck, schafften es aber nicht, die Schweizer Paarung vom Siegertreppchen zu stoßen.
Die Aufholjagd des Rennens lieferte Uwe Göttlich, der seine grüne Suzuki schon in der ersten Kurve ins Kiesbett steuerte. Zurück auf dem rettenden Asphalt machte er sich mit dem Messer zwischen den Zähnen und der Unterstützung seines neuen Beifahrers Axel Kölsch auf die Verfolgung des mittlerweile enteilten Feldes. In der letzten Runde trennten Göttlich nur noch wenige Meter auf seinen Dauerrivalen Centner. Im Sprint zur Ziellinie passierte es dann. Göttlich/Kölsch setzten sich neben Centner/Helbig und ließen sich mit einem Vorsprung von einer Tausendstelsekunde (!) als Sechste abwinken.
Zwei Routiniers machten die Plätze acht und neun unter sich aus. Der Süddeutsche Baptist Kohlmann konnte sich hier knapp gegen den Norddeutschen Dieter Eilers durchsetzen. Gern hätte der Hesse Siegfried Arabin mit seiner Honda dieses Duell zu einem Dreikampf erweitert, doch ein Krampf im Bein – bei Gespannfahrern sehr gefürchtet – ließen ihn und seinen Copiloten Gernot Backmann bis auf den 14. Platz zurückfallen.
Einen gelungenen Einstand feierten auf dem Sachsenring Jürgen Bork und Maik Ziegler. Die beiden Ex-250-er Piloten machen jetzt auf einem Hock-Gespann mit Honda-Triebwerk bei den Seitenwagen gemeinsame Sache. Und das so gut, dass sie ihr erstes Rennen auf drei Rädern auf dem 10. Platz beendeten und dabei etliche „alte Hasen“ den Auspuff zeigten.

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2. Lauf 2004 - Hockenheimring
Spannende Kämpfe um die Plätze

An der Spitze nichts Neues: Erwartungsgemäß gewannen Jörg Steinhausen/Trevor Hopkinson auch das zweite IDM-Rennen. Gegen die Vizeweltmeister, die bereits in der sechsten von 20 Runden auf dem kleinen Kurs des badischen Motodroms mit den Überrundungen begannen, hatte die Konkurrenz weder fahrerisch noch technisch etwas Gleichwertiges entgegen zu setzen.
Deshalb konzentrierte sich das Interesse auf den Kampf um die folgenden Plätze und da bekamen die Zuschauer einiges geboten. Erst einmal sah es allerdings so aus, als würden Uwe Göttlich/Axel Kölsch einem ebenso ungefährdeten 2. Platz entgegen fahren. Schnell setzten sie sich hinter Steinhausen vom restlichen Feld ab. Doch in der zweiten Rennhälfte wurde die dunkelgrüne Suzuki zusehends langsamer; Göttlich kämpfte offenbar mit Konditionsproblemen. Davon profitierten die Schweizer Markus Schlosser/Jakob Ruckli, die in dieser Phase Rundenzeiten fuhren, die bis zu zwei Sekunden unter denen von Göttlich lagen. Der Sachse musste sich im Kampf um Platz zwei geschlagen geben, verteidigte den letzten Podestplatz aber tapfer gegen die deutsch-schweizerische Paarung Mike Roscher/Adolf Hänni, die aufschließen konnte, aber keinen Weg mehr vorbei fand. 
Der bereits in der Weltmeisterschaft erfolgreiche Markus Schlosser hatte das Rennen vorsichtig begonnen, fuhr reifenschonend unauffällig auf Platz fünf, um sich mit fortschreitender Renndauer immer mehr ins Rampenlicht zu schieben. Den umgekehrten Weg beschritten der Österreicher Josef Moser mit seinem Schweizer Copiloten Ueli Wäfler, im Training noch glänzende Zweite hinter Steinhausen und vor Göttlich. Der ungestüme Alpbacher vergeigte seinen 3. Platz bei einem Ausritt neben die Strecke und konnte sich erst als Fünfter wieder einreihen. Auf dieser Position sah er auch die Zielflagge. Noch mehr im „Rückwärtsgang“ unterwegs waren Mosers Landsleute Sepp Doppler undBernhard Wagner. Die Meister von 2002 mussten wegen einer defekten Benzinpumpe an ihrer Yamaha machtlos mitansehen, wie sie vom 7. Platz immer weiter bis zu Platz zwölf zurück gereicht wurden. „Erst drehte der Motor noch bis 10 000, dann wurden es immer weniger“, sagte ein enttäuschter Doppler nach dem Rennen.
Zufriedene Mienen trugen dagegen die beiden Radebeuler Wolfram Centner und Mike Helbig zur Schau, die von der 1200er Suzuki auf die 1000er Yamaha umgestiegen sind. Nach einem frustierenden Training katapultierte sie der nächtliche Ausflug zum Motorenprüfstand in Österreich zwar nicht gleich in die Spitzengruppe, machte aber mit dem 6. Platz ein akzeptables Ergebnis für die Vizemeister von 2003 möglich. Centner: „Das ist jetzt eine Grundlage, auf der wir aufbauen können.“
Wie schon am Sachsenring waren die Plätze im Mittelfeld heiß umkämpft. Nicht weniger als fünf Gespanne rauften sich 20 Runden lang um den 7. Platz. Die überraschend schnelle Kawasaki der Schweizer Stefan Kiser/Andreas Schmied leistete meist die Führungsarbeit, konnte aber nur einen Vorsprung von fünf Zehntel vor Dieter Eilers ins Ziel retten. Der Ostfriese hatte sich den jungen Enrico Becker nach dem ersten Training ins Boot geholt, da Stamm-Beifahrer Achim Freund an einer Achillessehnen-Verletzung laborierte. Dahinter folgten Arabin/Backmann, Zimmermann/Kolloch und Thalmann/Roth, die alle noch die zurückfallenden Doppler/Wagner aufgesogen hatten. In einer zweiten Mittelfeld-Kampfgruppe hatten sich Kohlmann/Höss, Bereuter/Oehlmann mit dem einzigen Zweitakter und Hainbucher/Adelsberger ineinander verbissen und komplettierten in dieser Reihenfolge die Punkteränge. Im Fahrerlager herrschte hinterher bei den Beteiligten eitel Freude. „So macht Rennen fahren richtig Spaß. Das kann so weitergehen“, brachte Beifahrerin Beate Oehlmann die gute Stimmung auf den Punkt.

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3. Lauf 2004 - Nürburgring
Packender Kampf um die Spitze

Es bedurfte schon eines Steve Webster beim dritten IDM-Rennen auf dem Nürburgring, um Seriensieger Jörg Steinhausen für ein Wochenende aus der Reserve zu locken. Der neunfache Weltmeister und Weltcup-Sieger aus Yorkshire wertete als prominentester Gaststarter den Siegerlandpreis auf dem Eifelkurs gehörig auf und die gesamte Seitenwagen-Konkurrenz war schon ein bisschen stolz, dass ihnen „Mr. Sidecar“ persönlich die Ehre gab.
Steve Webster und Jörg Steinhausen kennen sich gut, waren auch schon im gemeinsamen Team am Start der Weltmeisterschaft, so dass die Herausforderung eine durchaus freundliche war. Die Deutschen Meister Steinhausen/Hopkinson gingen von der Pole Position aus in die erste Runde, doch es dauerte nicht lange, bis Webster/Woodhead in der Spitzkehre nach der Start-und-Ziel-Geraden die Führung übernahmen und sie bis ins Ziel nicht mehr abgaben. Jörg Steinhausen folgte dem Briten allerdings wie ein Schatten und lag nach den 15 Runden nur 2,6 Sekunden zurück. Dass er dabei überlegen wie immer die volle Punktzahl für die IDM-Wertung holte, muss eigentlich gar nicht sonderlich erwähnt werden. Steve Webster fand durchaus Gefallen am Gespannrennsport in Deutschland und kann sich durchaus vorstellen, bei anderer Gelegenheit wieder zu kommen.
Im Gefolge des Champions waren Tim und Tristan Reeves über den Kanal gekommen. Mit dem dritten Podestplatz erfüllten sie die Erwartungen, den deutlichen Rückstand von 43 Sekunden auf den Sieger erklärten sie mit Leistungsverlust während des Rennens. Ebenso standesgemäß kam das gleichfalls WM-gestählte Vater-Sohn-Team Martien und Tommie van Gils aus den Niederlanden auf Platz vier.
Erst dahinter, wenn man einmal von Steinhausen/Hopkinson, absieht, ging der Kampf um die IDM-Punkte richtig los. Es waren die Meister von 2002, Doppler/Wagner, die sich als Fünfte den „2. IDM-Platz“ sicherten. Lange schienen die Österreicher ungefährdet diese Position  herauszufahren, gerieten allerdings in den Schlussrunden unter heftigen Druck der deutsch-schweizerischen Paarung Roscher/Hänni, der im Ziel nur noch sechs Zehntelsekunden fehlten. Mike Roscher hatte sich erst einmal nach vorne wühlen müssen und überholte nacheinander Schlosser, Arabin, Moser und Göttlich, bevor er sich auf die Verfolgungsjagd von Doppler machen konnte.
Markus Schlosser/Jakob Ruckli hatten am Start sechs Plätze eingebüßt, aber im Schlepptau von Roscher/Hänni machten die Schweizer fast im Rundentakt einen Platz nach dem anderen wieder gut, bis sie als Siebte die schwarz-weiß karierte Flagge sahen. Mit ihrer unauffälligen aber effektiven Fahrweise sind sie jetzt gemeinsam mit dem Nordhessen Roscher die ersten Anwärter auf die Vizemeisterschaft hinter Steinhausen.
Einen harten Strauß fochten in der Eifel der Sachse Uwe Göttlich und der Österreicher Josef Moser aus. Schon im Training waren sie nur eine halbe Sekunde auseinander und auch im Rennen schenkten sich die Beiden nichts. Ab der Halbzeit wogte ihr Kampf um den 8. Platz. Zwei Runden vor Schluss schien der Österreicher den Sack zugemacht zu haben, doch im allerletzten Umlauf schlüpfte die grüne Suzuki wieder an der silber-roten Suzuki vorbei. Die Hessen Siegfried Arabin/Gernot Backmann komplettierten nach einem gleichmäßig schnellen Rennen die „Top Ten“, während sich hinter ihnen Centner/Helbig, Eilers/Freund und Hainbucher/Adelsberger einen viele Runden während Dreikampf lieferten, den sie schließlich in dieser Reihenfolge beendeten.

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4. Lauf 2004 - Salzburgring

Diesmal kein Heimsieg der Österreicher

Beim vierten Lauf um die Internationale Deutsche Meisterschaft der Seitenwagen auf dem Salzburgring kam es zum schon fast traditionellen Aufeinandertreffen der beiden besten Seitenwagen-Teams aus Deutschland aus Österreich. Hatte in der Vergangenheit Klaus Klaffenböck beim einzigen Gespannrennen in seinem Heimatland die Verkleidungsnase vorn, so konnte diesmal Jörg Steinhausen das Rennglück wenden. Die Yamaha-Piloten Klaffenböck/Parzer hatten zwar den besseren Start, doch lange konnten sie die Spitzenposition nicht halten. Die Trainingsschnellsten Steinhausen/Hopkinson (Suzuki) gingen noch in der ersten Runde in den S-Kurven vor Start-und-Ziel an den Österreichern vorbei und bauten anschließend ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Im Ziel nach zwölf Runden hatten Steinhausen/Hopkinson, die nach wie vor mit Idealpunktzahl die IDM-Wertung anführen, knapp zehn Sekunden Distanz zwischen sich und die Österreicher gelegt.
Ebenso wie Klaffenböck war auch seinem Landsmann Sepp Doppler ein sehr guter Start gelungen. Vom 6. Startplatz kommend bog die gelb-blaue Yamaha noch vor der Kawasaki von Kurt Hock als drittes Gespann in die Schikane ein. Die überraschend schnellen Hock/Becker (Startplatz 5) konnten die Pace von Doppler/Wagner mitgehen, allerdings nicht lange. Ende des vierten Runde musste Kurt Hock wiederum vorzeitig die Bax ansteuern. Wie sich später herausstellte, hatte sich ein Massekabel der Zündung losgeschüttelt. In der gleichen Runde verabschiedeten sich auch Kohlmann/Höss mit einem Defekt, während die Österreicher Hainbucher/Adelsberger überhaupt nur eine Runde weit kamen.
Auch Doppler blieb der Sprung auf das Siegerpodest versagt, denn von hinten machte das deutsch-schweizerische Gespann Roscher/Hänni (Suzuki) nach schwachem Beginn mächtig Dampf auf. Sie überholten Doppler und setzten sich nach vorn ab, während der Österreicher alle Hände voll zu tun bekam, um die nachdrängenden Sachsen Centner/Helbig (Yamaha) und seinen Landsmann Josef Moser (Suzuki) in Schach zu halten. Lange Zeit sah es so aus, als könnten sich die beiden Radebeuler den 4. Platz sichern, aber in einer verzweifelten Schlussoffensive eroberten sich Doppler/Wagner die schon verlorene Position von den Sachsen zurück.
Ein unauffälliges Rennen fuhren dahinter die Schweizer Schlosser/Ruckli nach Hause. Der 7. Platz (6. Platz in der IDM-Wertung) sichert ihnen aber den dritten Rang in der IDM-Halbzeittabelle. Eine Dreiergruppe, bestehend aus Göttlich/Kölsch (Suzuki), den weiteren österreichischen Gaststartern Hauzenberger/Wechselberger (Yamaha) und Arabin/Backmann (Honda), komplettierte in dieser Reihenfolge die Top Ten. Insgesamt sahen 17 von 23 Teams in Wertung die schwarz-weiß-karierte Zielflagge.

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5. Lauf 2004 - EuroSpeedway

Schweizer Gespannsieg in der Lausitz

Wer gewinnt bei Abwesenheit der Deutschen Meister Jörg Steinhausen/Trevor Hopkinson den fünften von acht Läufen zur IDM der Seitenwagen? Diese Frage schwebte über dem Gespannrennen auf dem Eurospeedway Lausitz. Nach dem Trainingsergebnis zu urteilen kamen gleich sechs Fahrer für den Sieg in Frage: Schlosser, Moser, Roscher, Hock, Doppler und Göttlich. Letztlich waren es die Schweizer Markus Schlosser/Jakob Ruckli, die mit einer überzeugenden Vorstellung den Lorbeer ernteten. Nach wie vor steht aber Steinhausen in der Meisterschaftswertung ganz oben.
Vom Start weg hatten Josef Moser/Ueli Wäfler die Führung an sich gerissen. Doch so sehr sich der Österreicher auch mühte, er konnte die gelb-schwarze Suzuki nicht abschütteln. Der Trainingsschnellste Markus Schlosser folgte Moser wie ein Schatten. Er studierte seinen Gegner, bevor er bei Halbzeit des über zwölf Runden führenden Rennens entschlossen in Führung ging und dort auch bis zum Ende blieb. "Ein würdiger Sieger³, kommentierte Moser anerkennend die Leistung seines Konkurrenten. Die Österreicher Sepp Doppler/Bernhard Wagner, die Meister des Jahres 2002, waren vom fünften Startplatz aus sehr schnell in die Spitzengruppe hinein gestoßen, hatten aber bei dem Duell um den Sieg nur eine Zuschauerrolle, allerdings eine ungefährdete. Einzig die Kawasaki von Kurt Hock/Enrico Becker hätte ihnen gefährlich werden können.
Die Viertschnellsten des Trainings waren im Gedränge vor der ersten Kurve stecken geblieben und mussten erst einmal Schröder/Burkhard und Arabin/Backmann hinter sich lassen, bevor sie daran gingen, sich dem Spitzentrio auf die Fersen zu heften. Doch dieser Vorsatz wurde in der fünften Runde durch einen Antriebsschaden zunichte gemacht. Noch kürzer war das Rennen für die Trainingsdritten Mike Roscher/Adolf Hänni, die bereits in der dritten Runde mit einem Motorschaden die Segel streichen mussten. Dadurch verloren der Deutsche und sein Schweizer Copilot den 2. Platz in der Meisterschaftswertung wieder an die Lausitzring-Sieger Schlosser/Ruckli.
Das mit Abstand aufregendste Rennen erlebte der Lausitzer Uwe Göttlich. Beim Start wurde er vom Schweizer Christian Steiner torpediert, wodurch beide Gespanne in die Auslaufzone schossen und Aushilfs-Beifahrer Koloska sich auf dem Asphalt des Eurospeedways wiederfand. Während für Steiner damit das Rennen zu Ende war, konnten Göttlich/Koloska das Rennen als Letzte wieder aufnehmen. Mitten in der Aufholjagd stieg plötzlich im Infield ein riesiger Staubpilz in die Höhe. Die grüne Suzuki hatte sich gedreht, fiel dadurch erneut fast an den Schwanz des Feldes zurück und begann noch einmal von vorn. Am Ende wurden Uwe Göttlich und sein Vorjahresbeifahrer Johannes Koloska, der den verletzten Axel Kölsch ersetzte, unter dem Jubel ihrer vielen Fans auf der Tribüne als Neunte abgewinkt. Die Gunst der Stunde nutzten die Hessen Siegfried Arabin/Gernot Backmann, die mit ihrer Honda den vierten Platz und damit das beste Ergebnis in dieser Saison erreichten. Mit einem Respektabstand von zehn Sekunden folgten die Sachsen Centner/Helbig (Yamaha) auf Platz fünf. Dem Kampf um den 6. Platz zwischen Eilers/Freund (Suzuki) und Hainbucher/Adelsberger (Yamaha) entschied der Wiesmoorer Dieter Eilers für sich.

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6. Lauf 2004 - Schleizer Dreieck

IKlare Sache an der Spitze und ein Krimi um den 5. Platz

Die Seitenwagen bekamen es bei der Premiere auf dem neuen Schleizer Dreieck im Südosten von Thüringen nicht leicht gemacht. Beide Trainingsdurchgänge fanden auf nasser bzw. abtrocknender Strecke statt, ebenso das Warm up am Sonntagmorgen. Doch zum Rennen, dass erfreulicher Weise bereits um die Mittagszeit gestartet wurde, schien die Sonne! Das Rennen auf dem Eurospeedway Lausitz hatten Jörg Steinhausen/Trevor Hopkinson wegen eines Einladungsrennens in Brands Hatch ausgelassen, auf dem verkürzten Schleizer Dreieck waren sie wieder dabei und siegten mit standesgemäßen 22,5 Sekunden Vorsprung. Nur in den ersten beiden Runden sah es so aus, als könnten Mike Roscher/Adolf Hänni der Gangart der Vize-Weltmeister einigermaßen folgen. Doch ab der dritten Runde zog Jörg Steinhausen unwiderstehlich davon. Die Meisterschaft ist damit aber noch nicht zu seinen Gunsten entschieden. Das kann frühestens in Oschersleben der Fall sein.
Die deutsch-schweizerische Paarung Roscher/Hänni krönte ein starkes Wochenende mit einem ebenso ungefährdeten "Platz eins hinter Steinhausen, wobei es Mike Roscher während des Rennens aufgrund der Hitzeabstrahlung des Auspuffes richtig warm wurde unter der Verkleidung. In der IDM-Wertung liegen sie jetzt nur noch acht Punkte hinter den Lausitzring-Siegern Schlosser/Ruckli auf dem 3. Rang.
Die Wetterverhältnisse während des Trainings hatten der Startaufstellung ein ungewohntes Aussehen verliehen. Schnelle Leute wie Centner, Göttlich oder Hock standen in den hinteren Rängen. Entsprechend hektisch ging es in der ersten Runde zu. Ausgangs der Kohlbach-Schikane gerieten die Gebrüder Grabmüller und Göttlich/Kölsch  aneinander. Beide Teams flogen von der Strecke und konnten den weiteren Rennverlauf nur noch von außen beobachten. Meier/Wedele, die im Training die elftbeste Rundenzeit erzielt hatten, schieden dagegen mit einem Schaltdefekt aus. Während Josef Moser/Ueli Wäfler und Markus Schlosser/Jakob Ruckli nach 14 Runden auf dem jetzt nur noch 3,8 Kilometer langen Straßenrundkurs auf den Plätzen drei und vier ins Ziel fuhren, sorgte ein anderes Gespann für das Salz in der Rennsuppe.
Kurt Hock/Enrico Becker begannen ihre Aufholjagd vom 17. Startplatz aus, beendeten die erste Runde als Zehnte und arbeiteten sich kontinuierlich weiter nach vorn. Als härtester Brocken erwiesen sich die Österreicher Hainbucher/Adelsberger, die den ersten Ausbremsversuch von Kurt Hock parierten, eine Runde später aber endgültig daran glauben mussten. Trotzdem fuhr Hainbucher sein bisher bestes Rennen in dieser Saison. Die Lücke zu den fünftplatzierten Doppler/Wagner konnten Hock/Becker bis auf drei Sekunden zu Beginn der 14. und letzten Runde verringern. In Höhe der Schikane, die von der Seng in den neuen Streckenteil überleitet, war es soweit: Hock schob sich an Doppler vorbei, aber der gab sich nicht geschlagen. Hinter drei Gespannen, die zur Überrundung anstanden, schossen sie auf Start-und-Ziel zu. Hock-Beifahrer Enrico Becker jubelte auf der Zielgeraden etwas zu früh, so dass Sepp Doppler, fast schon auf dem Gras, um ein Haar wieder vorbei gezogen wäre. Mit bloßem Auge war nicht zu erkennen, wessen Verkleidungsnase zuerst die Ziellinie kreuzte.
Erst das von der Rennleitung zu Rate gezogene Zielfoto ergab einen Vorsprung von weniger als zehn Zentimetern bzw. fünf Tausendstelsekunden zugunsten von Hock/Becker, die dadurch zu ihren ersten IDM-Punkten in diesem Jahr kamen! Aus der Spitzengruppe verabschieden mussten sich in der 12. Runde Siegfried Arabin/Gernot Backmann. Trotz des 4. Startplatzes und schneller Rundenzeiten war es nicht das Wochenende der Hessen. Zu oft wurden sie im Training und im Rennen von Motordefekten gestoppt. Hinter den österreichischen Gespannen Doppler/Wagner und Hainbucher/Adelsberger auf den Plätzen sechs und sieben sahen Wolfram Centner/Mike Helbig als Achte die Zielflagge. Sie konnten die Schweizer Thalmann/Roth im Rennen überholen und den Vorsprung von einer Sekunde erfolgreich über die Distanz retten. Die Prager Tomas Foukal/Jiri Pertlicek führten das hintere Mittelfeld an und kamen auf dem 10. Platz ins Ziel

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7. Lauf 2004 - Oschersleben

Steinhausen vorzeitig Meister – Tragischer Unfall überschattete das Seitenwagenrennen

Das Seitenwagenrennen im Rahmen der IDM in Oschersleben wurde überschattet vom Unfall des Gespanns Arabin/Backmann im ersten Training. Während der Butzbacher Siegfried Arabin mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus nach Magedburg gebracht wurde, kam für seinen Beifahrer Gernot Backmann aus Bad Nauheim jede Hilfe zu spät. Er erlag noch an der Rennstrecke seinen Verletzungen.
Unter dem Eindruck des tragischen Unfalls verzichteten einige Gespannteams auf den Start im zweiten Training und auch im Rennen, unter ihnen die Vizemeister des vergangenen Jahres, Centner/Helbig aus Radebeul. An der Startlinie fanden sich am Sonntag 14 Gespanne ein. Mike Roscher/Adolf Hänni, die in Oschersleben unbedingt auf die Stelle des Vize-Meisters vorrücken wollten, erwischten den besten Start und lagen auch nach der ersten Runden noch vorn. Dann allerdings machten die Titelanwärter Steinhausen/Hopkinson ernst, setzten sich an die Spitze und beendeten das Rennen mit 16,4 Sekunden Vorsprung auf Roscher bzw mit 32,8 Sekunden auf die Drittplatzierten Moser/Wäfler. Damit machten sie ein Rennen vor Abschluss der Serie den Gewinn der Deutschen Meisterschaft perfekt.
Für den Nümbrechter Jörg Steinhausen ist es bereits der 6. nationale Titel bei den Seitenwagen. Sein Copilot Trevor Hopkinson aus Scarborough im englischen Yorkshire ist nun auch schon das zweite Mal hintereinander Internationaler Deutscher Meister. Verständlicherweise war die Freude bei den beiden nach dem Rennen eher gedämpft. "Natürlich sind wir über den Titel sehr gkücklich, aber aufgrund der Geschehnisse rückt die Freude über den Gesamtsieg in den Hintergrund³, sagte Jörg Steinhausen nach dem Rennen.
Hinter den Siegern kam die deutsch-schweizerische Paarung Roscher/Hänni ebenso ungefährdet auf dem zweiten Platz ins Ziel, womit sie auch mit zwei Punkten Vorsprung die Schweizer Schlosser/Ruckli vom Platz des Vizemeisters in der Meisterschaftstabelle verdrängten. Die Entscheidung, wer Bester hinter Steinhausen/Hopkinson sein wird, fällt also erst beim Finale in Hockenheim. Schlosser/Ruckli mussten sich in Oschersleben mit dem 6. Platz begnügen. Vor ihnen lieferten sich die Österreicher Doppler/Wagner und die Deutschen Göttlich/Kölsch das Duell des Tages. Uwe Göttlich hätte seinem Co Axel Kölsch zwar gern den 4. Platz zum Geburtstag geschenkt, aber im Ziel war Doppler um vier Zehntelsekunden voraus.
In der zweiten Hälfte des dezimierten Fahrerfeldes brauchten Kurt Hock/Enrico Becker sehr lang, um sich aus der Gruppe mit den Schweizern Thalmann/Roth, den Österreichern Hainbucher/Adelsberger und Eilers/Freund zu lösen. Als sie es geschafft hatten, war der Zug nach vorn abgefahren. So blieb ihnen nur, auf dem 7. Platz ihren Vorsprung vor Eilers, Thalmann und Hainbucher zu verteidigen.

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8. Lauf 2004 - Hockenheim

Die Vizemeisterschaft geht in die Schweiz

Die alten und neuen Deutschen Meister in der Seitenwagenklasse Jörg Steinhausen und Trevor Hopkinson schlossen die IDM-Saison 2004 in Hockenheim erwartungsgemäß mit einem Sieg ab. Dieser fiel mit 6,7 Sekunden Vorsprung auf Moser/Wäfler ungewohnt moderat aus, weil sich Hopkinson im Training am Rücken verletzt hatte. Zweifel an dem Erfolg bestanden aber während keiner Phase des über 20 Runden gehenden Saisonfinales. Das gemischte Alpen-Duo mit Sepp Moser (Österreich) und Ueli Wäfler (Schweiz) schnupperte mit der Nase ihres Gespanns in der ersten Runde sogar einmal Führungsluft, aber es dauerte nicht lange, bis Jörg Steinhausen nach einem optimistischen Anbremsversuch von Moser wieder für "geordnete Verhältnisse sorgte. Josef Moser konnte trotzdem zufrieden sein. Er wurde im Verlauf der Saison immer schneller und vor allem zuverlässiger, was sich in der Endabrechnung mit einem 4. Platz in der Meisterschaft auszahlte.
Den "Platz 1 hinter Steinhausen in der IDM-Wertung wollte sich in Hockenheim die deutsch-schweizerische Paarung Roscher/Hänni sichern. Als Zweite in der Punktetabelle waren sie ins Motodrom gereist und als Dritte des Trainings (hinter Steinhausen und Moser) hatten sie beste Voraussetzungen, ihr Ziel auch zu verwirklichen. Im Rennen fuhr Mike Roscher Material schonend auf dem 3. Platz, aber die Defekthexe schlug trotzdem zu: In der 16. Runde mussten Roscher/Hänni ihr Gespann mit einem Motorschaden am Streckenrand abstellen. Damit war der Weg frei für die Schweizer Markus Schlosser und Jakob Ruckli, die sich bereits im ersten Jahr ihrer IDM-Teilnahme die Vizemeisterschaft mit dem 5. Platz im Saisonfinale sicherten. Schlosser/Ruckli sahen in allen acht IDM-Rennen die Zielflagge. Sie waren nie schlechter als auf dem 4. Rang platziert und holten sich im Rennen auf dem Lausitzring ­ bei Abwesenheit des Champions ­ den einzigen Nicht-Steinhausen-Sieg des Jahres. Mike Roscher und Adolf Hänni blieb als Trostpflaster der 3. Rang in der Internationalen Deutschen Meisterschaft. Der dritte Platz im Rennen wurde dagegen eine Beute von Uwe Göttlich und Axel Kölsch, die dafür im ersten Drittel gehörig ackern mussten, vor allem gegen Göttlichs sächsische Landsleute Wolfram Centner/Mike Helbig. Die wiederum sahen sich, kaum dass Göttlich vorbei war, in einen heißen Dreikampf mit Schlosser/Ruckli und Doppler/Wagner verstrickt, aus dem die Österreicher später nach hinten herausfielen und im "Alleingang das Rennen auf dem 6. Platz beendeten. Für Centner/Helbig stellte der 4. Platz den versöhnlichen Abschluss einer aus technischer Sicht wenig befriedigenden Saison 2004 dar.
Von ganz hinten kamen wieder einmal Kurt Hock und Enrico Becker in die Punkteränge gefahren. Kurt Hock, der erstmals einen 1000 ccm-Kawasaki-Motor statt des bisher verwendeten 1200er-Aggregats eingebaut hatte, versiebte mit dem noch ungewohnten Triebwerk den Start total und musste das 22 Gespanne starke Feld vom Schluss her aufrollen. Kurz vor Schluss waren Hock/Becker nach vielen erfolgreich beendeten Positionskämpfen auf dem 8. Platz angekommen. Die Siebtplatzierten Dieter Eilers/Achim Freund mussten noch in der letzten Runde daran glauben, als Kurt Hock in einem publikumswirksamen Überraschungsangriff in der Sachs-Kurve außen an Dieter Eilers vorbeizog. Der Eidgenosse Peter Schröder, im vergangenen Jahr noch Dritter der Meisterschaft, gab mit seiner Freundin Anna Burkhard als Copilotin zum dritten Mal in diesem Jahr ein Gastspiel in der IDM und wurde guter Neunter, blieb aber als Gaststarter ohne Punkte. Die gingen folgerichtig an die Österreicher Hainbucher/Adelsberger, die das Rennen auf dem 10. Platz beendeten vor Thalmann/Roth aus der Schweiz und den Deutschen Kohlmann/Höss. Für Peter Höss war das Saisonfinale in Hockenheim gleichzeitig seine Abschiedsvorstellung vom Gespannrennsport. Während seiner langen Laufbahn feierte er unter anderem die Deutsche Meisterschaft des Jahres 1993 zusammen mit Fahrer Erwin Neumayer. Im Fahrerlager sagte der wackere Schwabe seinen Freunden und Kampfgefährten nach dem Rennen leise „Ade“.

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Punktestand nach Seitenwagen-Finale

Rang Name Ort Nation Summe
1 STEINHAUSEN, Jörg D-Nürnbrecht GER 175
2 SCHLOSSER, Markus CH-Urtenen-Schönbühl SUI 118
3 ROSCHER, Mike D-Großalmerode GER 109
4 MOSER, Josef A-Alpbach AUT 104
5 DOPPLER, Sepp Grieskirchen AUT 102
6 GOETTLICH, Uwe D-Eiban GER 80
7 CENTNER, Wolfram D-Radebeul GER 72
8 EILERS, Dieter Wiesmoor GER 60
9 THALMANN, Hanspeter Guntershausen GER 49
10 ARABIN, Siegfried Butzbach GER 39
11 HAINBUCHER, Harald A-Stadl-Paura AUT 39
12 HOCK, Kurt Oberursel GER 29
13 ZIMMERMANN, Robert Bad Säckingen GER 28
14 KOHLMANN, Baptist D-Neumarkt GER 23
15 BEREUTER, Felix CH-Wettingen GER 19
16 GRABMUELLER, Michael A-Wien AUT 14
17 MEIER, Roland D-Roth GER 13
18 BORK, Jürgen D-Oberursel GER 12
19 KISER, Stefan CH-Neuhausen SUI 10
20 NAGEL, Matthias D-Hoyerswerda GER 7
21 FOUKAL, Tomas CZ-Prag CZE 6
22 STEINER, Christian CH-Ennetaach SUI 1

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