Ein Ende mit Schrecken
Text und Fotos: Hubert Lebeau
Ein Ende mit Schrecken erlebten Teilnehmer und Zuschauer beim letzten Rennen der IDM-Sidecars in der Saison 2006. In der letzten Runde musste das Gespannrennen nach einem schweren Unfall abgebrochen werden, in den die beiden Führenden Schlosser/Wagner und Steinhausen/Kölsch verwickelt waren. Die beiden Gespanne waren im Kampf um den Sieg in der Zufahrt zur Mercedes-Tribüne in die Mauer der Streckenbegrenzung eingeschlagen. Nur Jörg Steinhausen konnte ins Fahrerlager zurückkehren, die anderen Drei erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Insgesamt war der Unfall aber glimpflicher abgelaufen als zunächst befürchtet wurde.
Markus Schlosser, der im Training die zweitschnellste Zeit hinter Jörg Steinhausen gefahren war, hatte beim Start die Führung übernommen, bis in der 6. Runde Steinhausen die Spitze des Rennens an sich riss. Weil nach dem Abbruch die Reihenfolge nach der 12. Runde zur Wertung herangezogen wurde, gewannen Steinhausen/Kölsch vor Schlosser/Wagner und Roscher/Hänni, die auf dem 3. Platz einsam ihre Runden zogen.
Vor dem Rennen hatten noch drei Teams die Chance, hinter den längst als Meister feststehenden Schlosser/Wagner den Vize-Titel zu erringen. Von ihnen schieden Sepp Doppler und Andreas Kolloch bereits vor Hockenheim aus. Bei einer Schau-Veranstaltung in Österreich hatten sie einen schweren Unfall und liegen seitdem im Krankenhaus. So wurde aus dem Dreikampf ein Fernduell zwischen Steinhausen und dem Österreicher Hainbucher, das Steinhausen/Kölsch mit dem 1. Platz klar für sich entschieden. Harald Hainbucher/Peter Adelsberger kämpften an ungewohnter 6. Position mit stumpfen Waffen, denn nach wenigen Runden fiel der Bremsdruck in den Keller und es dauerte einige Runden, bis Hainbucher wieder einigermaßen verzögern konnte. Aber der Österreicher und sein bayerischer Copilot sind alles in allem mit der Saison sehr zufrieden. „Es ist gut gelaufen. Da dürfen wir nicht meckern!“ Immer weiter nach oben zeigte auch die Formkurve von Peter Schröder/Anna Burkard, die einige Runden den 4. Platz hielten, bis Uwe Göttlich/Peter Höss einen Weg an dem Team an der Schweiz vorbei fanden. Ebenso wie Schlosser/Wagner und Hainbucher/Adelsberger sahen die Schweizer bei allen acht Rennen die Zielflagge, was mit dem 5. Platz in der Meisterschaft hinter Doppler/Kolloch und vor Göttlich/Höss belohnt wurde. Kurt Hock/Enrico Becker waren für das letzte Rennen von Kawasaki auf Honda umgestiegen. Nach mäßigem Start fuhren sie aus dem Mittelfeld heraus bis auf den 7. Platz, wurden dann aber mit Leistungsmangel wieder auf den 9. Platz hinter Adrian Kornas (mit Aushilfs-Co Bert Vloemans) und Dieter Eilers/Achim Freund zurück gereicht. In der Meisterschaftswertung reichte es für das Hock-Team noch zum 7. Platz, was Kurt Hock nach einer durchwachsenen Saison als „durchaus versöhnlich“ einstuft. Nur drei Punkte dahinter folgen Robert Zimmermann/Maik Ziegler auf IDM-Rang acht. Die badisch-sächsische Connection kam in Hockenheim nicht ins Ziel, nachdem sie ein Motorschaden an siebter Position aus dem Rennen gerissen hatte. Die italienischen Gastfahrer Rocco Ozimo/Massimo Zanarini machten in der IDM erneut eine gute Figur. Sie konnten als Zehnte mit einer großen Energieleistung sowohl Brändle/Fritz als auch Bereuter/Hofer auf die folgenden Plätze verweisen. Den Zweikampf um den 13. Platz entschieden Herbert Brüner/Marcel Reimann für sich. Stefan Kiser/Stefan Näf aus der Schweiz folgten Brüner zwar das ganze Rennen über wie ein Schatten, aber zum Überholen wollte es einfach nicht reichen.


Quelle: www.idm.de Fotos: Armin Korn
8. IDM-Lauf 2006 - Hockenheimring - 
Jörg Steinhausen/Axel Kölsch nach Rennsieg neuer Vizemeister
Dramatisches Rennende mit drei Verletzten

Mit dem letzten Lauf der IDM Sidecars auf dem Hockenheimring ging heute (17. September) auch die IDM-Saison 2006 zu Ende. Alle Beteiligten hätten sich sicher einen besseren Abschluss gewünscht. Das Rennen musste vor 16.000 Zuschauern in der letzten Runde abgebrochen werden. Grund war ein schwerer Unfall der Spitzenteams Markus Schlosser/Bernhard Wagner (SUI/AUT) sowie Jörg Steinhausen/Axel Kölsch aus Deutschland. Nach dem Abbruch wurde das Rennen mit dem Stand der 12. Runde gewertet. Zu diesem Zeitpunkt lagen Steinhausen/Kölsch in Front.
Das Training der Sidecars versprach Spannung für das gesamte Wochenende. Jörg Steinhausen und Axel Kölsch sicherten sich knapp vor den bereits feststehenden Meistern Markus Schlosser und Bernhard Wagner die Pole Position. Steinhausen hatte sich das Ziel „Vize-Meisterschaft“ gesteckt, nachdem er zuvor zwei Saisonrennen aus Budgetgründen auslassen musste. Weitere Kandidaten für den Vizemeistertitel waren Harald Hainbucher und sein Co-Pilot Peter Adelsberger. Sie fuhren hinter Mike Roscher und Adolf Hänni die viertschnellste Zeit im Training. Der dritte Anwärter auf Silber, Sepp Doppler und sein Assistent Andreas Kolloch, konnten nicht zum Hockenheimring anreisen. Sie hatten sich bei einer Schau- und Oldtimerveranstaltung am vergangenen Wochenende verletzt und liegen noch im Krankenhaus – auf dem Wege der Besserung.
Das Rennen begann mit einem sensationellen Start von Markus Schlosser. Er bog vor Jörg Steinhausen in die erste Kurve ein. Bis in Runde sechs blieb es auch bei dieser Konstellation. Dann ging Steinhausen an Schlosser vorbei und übernahm die Führungsarbeit bis in die 13. Runde. Gerade als der feststehende Meister Schlosser wieder an Steinhausen vorbei war, kam es zu einem Unfall in der Zufahrt zur Mercedes-Tribüne. Aus bisher ungeklärter Ursache drehte sich das Gespann von Markus Schlosser und schlug am Fahrbahnrand in die Mauer ein. Steinhausen, in Schlossers Windschatten fahrend, konnte nicht ausweichen und schlug ebenfalls ein. Das Rennen wurde abgebrochen.
Jörg Steinhausen kam als einziger der vier Beteiligten kurze Zeit später zu Fuß in die Boxengasse gelaufen. „Ich war wirklich nicht Schuld“, erklärte Steinhausen. „Ich war einfach nur da und konnte nicht weg.“ Zum Glück ging der Unfall glimpflicher aus, als das zunächst aussah. Markus Schlosser (Gehirnerschütterung), Bernhard Wagner (Fußverletzung) und Axel Kölsch (Verdacht auf Beckenfraktur) wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Die Siegerehrung sowie die öffentliche Pressekonferenz wurden gestrichen.
Nach dem Abbruch wurde der Rennstand nach nur zwölf Runden gewertet. Damit gewannen Jörg Steinhausen/Axel Kölsch vor Markus Schlosser/Bernhard Wagner und Mike Roscher/Adolf Hänni. Der Vizemeistertitel ging ebenfalls an Steinhausen/Kölsch. Hainbucher/Adelsberger wurden aufgrund eines Defektes an der Vorderradbremse nur Sechste. „Du kannst nicht mehr voll fahren, wenn du in die Bremse greifst, aber nicht langsamer wirst“, erläuterte Hainbucher nach dem Rennen. „Wir haben dann einfach das Tempo raus genommen.“ Hainbucher/Adelsberger wurden dennoch Dritte in der Meisterschaft.


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Platzierung Start-Nr.
1 2 Steinhausen/Kölsch D LCR-Suzuki
2 4 Schlosser/Wagner CH/A LCR-Suzuki
3 55 Roscher Hänni D/CH LCR-Suzuki
4 7 Göttlich/Höss D LCR-Suzuki
5 11 Schröder/Burkard CH/A LCR-Suzuki
6 5 Hainbucher/Adelsberger A/D RSR-Suzuki
7 29 Kornas/Stepien D RSR-Sidecar
8 8 Eilers/Freund D RSR-Honda
9 6 Hock/Becker D Hock-Kawasaki
10 57 G Ozimo/Zanarini I LCR-Yamaha
11 16 Brändle/Fritz CH LCR-Suzuki
12 77 Bereuter/Öhlmann CH LCR-Swissauto
13 33 Brüner/Reimann D RSR-Suzuki
14 12 Kiser/Näf CH LCR-Kawasaki
15 56 Rutz/Äberli CH LCR-Yamaha
16 22 Baert/Besic B/D RCN-Suzuki
17 14 G Steffes/Liesenfeld D Hock-Suzuki
13 Zimmermann/Ziegler D LCR-Suzuki
66 Spalteholz/Goerlich D LCR-Yamaha
IDM-Stand (nach 8 Rennen - Finale)
Platzierung Start-Nr. Punkte
1 4 Schlosser/Wagner CH/A 190
2 2 Steinhausen/Kölsch D 110
3 5 Hainbucher/Adelsberger A 101
4 41 Doppler/Kolloch A/D 89
5 11 Schröder/Burkhard CH 85
6 7 Göttlich/Höss D 68
7 6 Hock/Becker D 58
8 13 Zimmermann/Ziegler D 55
9 29 Kornas/Stepien D 54
10 55 Roscher/Hänni D/CH 52
11 16 Brändle/Fritz CH 47
12 63 Dagnino/Wedele I/CH 39
13 8 Eilers/Freund D 28
14 25 Kuttler/Grauer D 28
15 33 Brüner/Reimann D 21
16 48 Halet/de Backer B 18
17 56 Rutz/Äberli CH 18
18 77 Bereuter/Öhlmann CH 17
19 12 Kiser/Näf CH 16
20 22 Baert/Besic B/D 10
21 19 Nagel/Hildebrand D 8
22 66 Spalteholz/Görlich D 7

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