Meister und Vize-Meister sind gekürt
Text und Fotos: Hubert Lebeau
Markus Schlosser aus Schönbühl in der Schweiz hat zum dritten Mal nach 2006 und 2007 die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft der Sidecars errungen. Durch seinen siebten Sieg im siebten Rennen ist ihm der Titel beim Saisonabschluss in Hockenheim nicht mehr zu nehmen. Markus Schlosser hatte auf dem anspruchsvollen TT-Circuit in Assen/Niederlande zum zweiten Mal in dieser Saison Thomas Hofer im Boot, der normalerweise bei Felix Bereuter „Dienst tut“. Stammbeifahrer Adolf Hänni erfuhr von seinem zweiten IDM-Titel im fernen Grobnik in Kroatien, wo er mit dem Finnen Pekka Päivärinta in zwei Superside-WM-Rennen antrat.
Schlosser/Hofer hatten bereits das Training dominiert, wobei sie die Pole Position im zweiten Qualifying mit der Fabelzeit von 1.45,3 Min. untermauerten. Im Rennen führte das Schweizer Gespann vom Start bis ins Ziel.
Ihre einzigen ernsthaften Konkurrenten Kurt Hock/Enrico Becker waren beim Start von Startplatz 2 auf den vierten Platz zurückgefallen und mussten sich erst an den englischen Gaststartern Holland/Stevens und den Österreichern Grabmüller/Grabmüller vorbekämpfen, bevor sie sich auf die Verfolgung von Schlosser/Hofer konzentrieren konnten. Viele Runden blieb Hocks Rückstand im einstelligen Sekundenbereich, erst in der Schlussphase des über 14 Runden führenden Rennens pendelte sich der Vorsprung Schlossers bei zehn Sekunden ein. Der Hesse hatte zu jenem Zeitpunkt mit einem immer mehr durchdrehenden Hinterradreifen zu kämpfen. „Die Highspeed-Strecke von Assen ist einfach reifenmordend“, konstatierte er nach dem Rennen. Mit ihrem sechsten 2. Platz in den bisherigen sieben IDM-Rennen sicherten sich Hock/Becker, die im Rennen auch die schnellste Runde drehten, ebenfalls vorzeitig die Vizemeisterschaft.
Die Grabmüllers als Dritte und Holland/Stevens als Vierte fuhren jeweils ein einsames Rennen nach Hause. Michael Grabmüller konnte in den letzten Runden die Gänge nicht mehr richtig einlegen, rettete aber mit einem Vorsprung von 5,8 Sekunden vor dem englischen Gespann den letzten Podiumsplatz ins Ziel.
Im Kampf um Platz 5 mussten sich Centner/Wolfram zunächst des wieder erstarkten Teams Eilers/Freund erwehren. Der Nordfriese Dieter Eilers schaffte es sogar, sich auf seiner „Heimstrecke“ vor Wolfram Centner zu setzen. Allerdings nicht lange, dann ging der Sachse wieder vorbei und Eilers/Freund wurden von einem Problem an der Benzinzufuhr heimgesucht, das sie noch zwei weitere Plätze kostete. Erst mussten sie die Schweizer Schröder/Burkard ziehen lassen, dann auch noch Zimmermann/Ziegler, sodass sie das Ziel nur als Achte sahen.
Peter Schröder/Anna Burkard rückten auch noch Centner/Wolfram gehörig auf den Pelz, aber die konnten den Angriff knapp abwehren. Entschieden wird der Kampf um den dritten Platz in der Meisterschaft aber erst in Hockenheim, denn Centner und Schröder trennen vor dem letzten Rennen nur drei Punkte.
Mit beständig guten Leistungen haben sich Robert Zimmermann/Maik Ziegler, die in Assen auf dem 7. Platz vor Eilers/Freund und den Rookie-Pokal-Gewinnern Dodd/Dodd die Zielflagge sahen, auf dem 5. Rang in der Meisterschaftswertung festgesetzt. 
Mit 16 gestarteten Gespannen war die Starterfeld in Assen etwas dürftig ausgefallen. Eine Reihe von Fahrern und Beifahrern, die Verletzungen auskurieren müssen, sowie die Terminkollision mit der WM-Veranstaltung in Grobnik waren dafür die Ursachen.
Aber: Es gab im Rennen keinen einzigen Ausfall. Alle 16 Teams sahen in Wertung die Zielflagge! 

   
   


Platzierung Start-Nr. G = Gaststarter    

1

55

Schlosser/Hofer

SUI

LCR-Suzuki

2

3

Hock/Becker

GER

LCR-Suzuki

3

97

Grabmüller/Grabmüller

AUT

RSR-Suzuki

4

60 G

Holland/Stevens

GBR

LCR-Suzuki

5

23

Centner/Wolfram

GER

LCR-Suzuki

6

5

Schröder/Burkhard

SUI

LCR-Suzuki

7

13

Zimmermann/Ziegler

GER

LCR-Suzuki

8

88

Eilers/Freund

GER

RSR-Suzuki

9

17

Dodd Stefan/Dodd David

GBR

LCR-Yamaha

10

7

Brändle/Helbig

SUI/GER

LCR-Suzuki

11

44 G

Body/Charlwood

GBR

LCR-Suzuki

12

95 G

Kentrop/Kees

NED

 

13

65

Steffes/Görlich

GER

LCR-Suzuki

14

42

Ruppert/Ruppert

GER

Yamaha R1

15

38

Purtschert/Müri

SUI

LCR-Suzuki

16

41

Baert/Wasiak

NED/GER

RCN-Suzuki

 

7. Lauf - Assen

Platzierung

Start-Nr.

 

 

Punkte

1

2

3

4

5

6

7

8

1

55

Schlosser/Hänni

SUI

175

25

25

25

25

25

25

25

 

2

3

Hock/Becker

GER

133

20

13

20

20

20

20

20

 

3

23

Centner/Wolfram

GER

91

16

10

13

13

13

13

13

 

4

5

Schröder/Burkard

SUI

88

9

9

16

16

16

11

11

 

5

13

Zimmermann/Ziegler

GER

68

11

6

8

6

11

16

10

 

6

7

Brändle/Helbig

SUI/GER

57

10

5

9

7

9

10

7

 

7

97

Grabmüller/Grabmüller

AUT

51

13

11

 

11

 

 

16

 

8

17

Dodd Stefan/Dodd David

GBR

50

8

7

7

5

8

7

8

 

9

1

Hainbucher/Trautner

AUT

48

 

8

11

10

10

9

 

 

10

88

Eilers/Freund

GER

32

 

4

10

9

 

 

9

 

11

65

Steffes/Görlich

GER

32

4

1

5

3

5

8

6

 

12

18

Gürck/Eckert

GER

26

5

 

2

8

6

5

 

 

13

34

Röllin/Burkart

SUI

23

6

3

6

4

 

4

 

 

14

36

Reeves Tim/Reeves Tristan

GBR

20

 

20

 

 

 

 

 

 

15

8

Roscher/Cluze

GER/FRA

16

 

16

 

 

 

 

 

 

16

42

Ruppert/Ruppert

GER

15

2

 

3

2

 

3

5

 

17

56

Rutz/Äberli

SUI

10

 

 

4

 

 

6

 

 

18

77

Bereuter/Hofer

SUI

9

 

 

2

 

7

 

 

 

19

19

Kiser/Engelmann

SUI

7

7

 

 

 

 

 

 

 

20

38

Purschert/Müri

SUI

6

 

 

 

 

 

2

4

 

21

41

Baert/Wasiak

BEL/GER

5

 

 

 

1

 

1

3

 

22

11

Green/Kolloch

GBR/GER

4

3

 

1

 

 

 

 

 

 


Quelle: www.idm.de
7. IDM-Lauf 2009 - TT-Circuit Assen
Markus Schlosser holt Sieg mit Ersatzbeifahrer Thomas Hofer und Titel mit Adolf Hänni
Assen - Das Rennen der IDM Sidecar am Sonntag (23. August) auf dem TT-Circuit im niederländischen Assen konnte das Gespann Markus Schlosser/Thomas Hofer vor 10.200 Zuschauern für sich entscheiden. Bei bestem Sommerwetter holte der Schweizer Schlosser nicht nur den Sieg mit seinem Ersatzbeifahrer, sondern sicherte sich auch vorzeitig den Titel in dieser Klasse mit Adolf Hänni. Der fuhr mit Schlosser zusammen mehr als 50% der gesammelten Punkte ein, war aber am Wochenende in Rijeka bei der Superside-Weltmeisterschaft im Einsatz. Für Markus Schlosser war es der siebte Sieg im siebten Rennen.
Es war einmal mehr ein perfektes Wochenende für Markus Schlosser. Gemeinsam mit seinem Ersatzbeifahrer Thomas Hofer holte er sich die Poleposition und den Sieg in Assen. Lediglich die schnellste Rennrunde konnte das Team nicht für sich verbuchen. Die ging dieses Mal an die "Zweiten". Kurt Hock/Enrico Becker hatten das Rennen von Rang zwei aus aufnehmen können, waren zweite in selbigem geworden und stehen vorzeitig schon als Vize-Meister der Klasse IDM Sidecar fest.
Schlosser hatte den besten Start erwischt und war vor dem Wiener Brüderpaar Michael und Bernd Grabmüller in die erste Kurve eingebogen. Diese Führung gab der Schweizer nie wieder her. Hinter den Grabmüllers waren Hock/Becker zunächst gefangen. Aber sie fackelten nicht lang und schon in der dritten Runde überholte man die Österreicher.
Hock/Becker starteten nun die Jagd auf Schlosser. Einige Runden lang konnte man schnellere Zeiten fahren, als der Führende. Aber der zum dritten Mal deutscher Meister gewordene Schlosser witterte den Braten, zog wieder am Hahn und machte sich aus dem Staub. Am Ende gewann man mit rund zehn Sekunden Vorsprung. "Das sieht für euch alle da draußen immer aus als wäre es einfach, aber ich muss auch arbeiten", sagte Markus Schlosser nach dem siebten Sieg im siebten Rennen. "Klar, mit dem Thomas klappt noch nicht alles, aber er ist dennoch sehr gut. Und ich musste schauen, dass der Kurt mir nicht zu nahe kommt, denn ich wollte ihn nicht unbedingt so nahe bei mir haben. Weil sonst kann er auf einmal, wenn wir einen Fehler machen, hinten dran sein oder gar vorbei gehen. Der Thomas muss noch ein paar Sachen lernen, dass ist so. Aber was kommt, das kommt sehr gut. Und besonders ist ja auch noch, dass er heute Geburtstag hat." Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstagsgeschenk in Form des Sieges natürlich auch von der Redaktion an Thomas Hofer!
Kurt Hock erkannte die Leistung des frisch gebackenen Titelträgers und Rennsiegers Schlosser neidlos an. "Wir haben uns Mühe gegeben und ich will ja auch mal wieder gewinnen. Als uns Markus dann aber formatfüllend im Spiegel gesehen hat, dann hat er sich aus dem Staub gemacht. Das war ganz sicher so. Im Moment ist er einfach zu schnell für mich. Aber das macht auch nichts, denn es kommt ja auch noch nächstes Jahr", prophezeite Hock, der sich mit Becker heute auch den Vize-Meistertitel sicherte. "Zum Start kann ich noch sagen, es war wirklich sehr diszipliniert", lobte er seine Kontrahenten, fügte aber an, dass seine "Disziplinierung aber auch ordentlich gekostet hat. Ich war nach den ersten paar Kurven nur Vierter und hatte dann etwas zu tun, mich da wieder vorbei zu mogeln." Gegen Rennende habe er mit rutschenden Reifen zu kämpfen gehabt und sich dann auf den sicheren zweiten Rang besonnen. Der Highspeed-Kurs von Assen sei einfach Reifenmordend, sagte Hock weiter.
Den dritten Platz brachten die Grabmüllers nach Hause. Auch wenn es im letzten Renndrittel Schwierigkeiten gab. "Es war sehr schwer dann, weil sich die Gänge nicht mehr richtig einlegen ließen und wir hart zu kämpfen hatten", erklärte Co-Pilot Bernd Grabmüller nachdem man Rang drei hatte nach Hause bringen können.
Besonders hervorzuheben gilt es, dass das Rennen der IDM Sidecar auf dem TT-Circuit in Assen ein geschichtsträchtiges war. Es gab weder einen technischen Defekt, noch Unfall oder Ausfall. Alle 16 gestarteten Gespanne sahen die Zielflagge.
In Hockenheim stehen dann also Meister und Vize schon fest. Spannend wird es aber noch einmal um Rang drei der Gesamtwertung. Wolfram Centner/Andy Wolfram sicherten sich zum fünften Mal in Folge die Punkte für Rang vier, auch wenn sie als Fünfte abgewunken worden waren. Die britischen Gastfahrer Beb Holland/Ricky-Lee Stevens, die zum ersten Mal in Assen fuhren, wurden im Rennen Vierte.

 


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