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Centner/Wolfram
auf Gesamtrang drei
Text und Fotos: Hubert Lebeau
Das IDM-Saisonfinale der Sidecars auf
dem Hockenheinring lebte von der Frage: Wer holt sich den 3. Platz in
der Meisterschaft? Wolfram Centner/Andy Wolfram (#23) oder Peter
Schröder/Anna Burkard(#5)? Die Frage schien schon beim Start bei
drohend dunklen Wolken über dem badischen Motodrom beantwortet. Peter
Schröder, für seine Blitzstarts bekannt, würgte beim Verlöschen der
roten Startampel den Motor ab. Bange Sekunden für ihn und Anna, ob sie
denn von hinten keiner über den Haufen fahren würde. Aber alle
reagierten richtig. Als letztes der 23 Teams hetzte das schwarz-rote
Gespann mit dem Schweizer Kreuz hinter der Meute her, während die
Kontrahenten Centner/Wolfram schon auf und
davon waren. Aber auch bei denen lief nicht alles rund. Wolfram
Centner, der vom Pech Schröders nichts mitbekommen hatte, fuhr
unkonzentriert und blieb so hinter seiner gewohnten Leistung zurück.
Inzwischen waren Schröder/Burkard in einer sehenswerten Aufholjagd
durch das hintere Feld gepflügt und näherten sich Centner/Wolfram
immer mehr. In der 12. von 17 zu fahrenden Runden hatten sie
tatsächlich aufgeschlossen. Da war allerdings Endstation. Wolfram
Centner war inzwischen endgültig „aufgewacht“ und forcierte das Tempo
und Peter Schröder musste in der Schlussphase des Rennens auf die
schwindenden Kräfte seiner Copilotin Rücksicht nehmen. Die Schweizer
fielen noch hinter Ozimo/Zanarini (#51), Brändle/Helbig (#7) und
Dodd/Dodd auf den 10. Platz zurück, während Centner/Wolfram als
Sechste des Rennens sich endgültig den 3. Platz in der Meisterschaft
sicherten.
An der Spitze des Rennens gab es keine Überraschungen. Die neuen
Meister Markus Schlosser/Adolf Hänni entschieden von der Pole Position
den Start für sich und holten den siebten Sieg im achten Rennen. Mike
Roscher/Gregory Cluze konnten im kurz einsetzenden leichten Regen auf
Schlosser aufschließen, doch dieser kontrollierte den Abstand und
drehte wieder auf, wenn ihm Roscher zu nahe kam.
Ebenfalls bereits als Vizemeister standen Kurt Hock/Enrico Becker (#3)
fest, die nur in den ersten beiden Runden den Hauch der Gebrüder
Grabmüller (#97)in ihrem Nacken spürten, dann aber ein einsames Rennen
auf dem 3. Platz nach Hause fuhren. Kein Wunder, dass Kurt Hock froh
war, als vor ihm ein paar zu überrundende Gespanne auftauchten. „Da
war wenigstens wieder was los!“
Gleichfalls ungefährdet fuhren Robert Zimmermann/Maik Ziegler auf den
5. Rang und sicherten sich damit fast unauffällig auch den 5. Platz in
der Meisterschaft 2009 vor der Mannschaft Konrad Brändle/Mike Helbig,
die in Hockenheim ihren letzten Renneinsatz absolvierte.
Wie schon vor zwei Jahren versammelten sich die Gespannteams in der
Auslaufrunde vor der Tribüne der Sachskurve, um die Meister Markus
Schlosser und Adolf Hänni zu feiern und sich bei den Zuschauern zu
bedanken, die ihrerseits mit Applaus nicht sparten. Zu diesem
Zeitpunkt nicht mehr dabei waren Baert/Wasiak, Ruppert/Ruppert,
Hainbucher/Trautner und Bereuter/Hofer, die das Rennen wegen
technischer Defekte vorzeitig beenden mussten.
|
|
Platzierung |
Start-Nr. |
G = Gaststarter |
|
|
|
1 |
55 |
Schlosser/Hofer |
SUI |
LCR-Suzuki |
|
2 |
8 |
Roscher/Cluze |
GER |
LCR-Suzuki |
|
3 |
3 |
Hock/Becker |
GER |
LCR-Suzuki |
|
4 |
97 |
Grabmüller/Grabmüller |
AUT |
RSR-Suzuki |
|
5 |
13 |
Zimmermann/Ziegler |
GER |
LCR-Suzuki |
|
6 |
23 |
Centner/Wolfram |
GER |
LCR-Suzuki |
|
7 |
51 G |
Ozimo/Zanarini |
ITA |
LCR |
|
8 |
7 |
Brändle/Helbig |
SUI/GER |
LCR-Suzuki |
|
9 |
17 |
Dodd Stefan/Dodd David |
GBR |
LCR-Yamaha |
|
10 |
5 |
Schröder/Burkhard |
SUI |
LCR-Suzuki |
|
11 |
72 G |
Lawrie/Connel |
GBR |
LCR-Yamaha |
|
12 |
56 |
Rutz/Aeberli |
SUI/GER |
LCR-Yamaha |
|
13 |
34 |
Röllin/Burkart |
SUI |
LCR /Yamaha |
|
14 |
18 |
Gürck/Eckert |
GER |
LCR-Suzuki |
|
15 |
65 |
Steffes/Görlich |
GER |
LCR-Suzuki |
|
16 |
95 G |
Kentrop/Kees |
NED |
|
|
17 |
38 |
Purtschert/Müri |
SUI |
LCR-Suzuki |
|
18 |
16 G |
Wotzka/Reichert |
GER |
Hock |
|
nicht
gewertet |
|
|
|
|
|
42 |
Ruppert/Ruppert |
GER |
Yamaha R1 |
|
|
41 |
Baert/Wasiak |
NED/GER |
RCN-Suzuki |
|
|
1 |
Hainbucher/Trautner |
AUT/GER |
RSR-Suzuki |
|
|
77 |
Bereuter/Hofer |
SUI |
LCR-Swissauto |
|
|
78 G |
Dente/Mignogna |
ITA |
LCR-Suzuki |
|
| |
|
Finale - Hockenheimring |
|
Platzierung |
Start-Nr. |
|
|
Punkte |
1 |
2 |
3 |
4
** |
5 |
6 |
7 |
8 |
|
1 |
55 |
Schlosser/Hänni |
SUI |
195 |
25 |
25 |
25 |
20 |
25 |
25 |
25 |
25 |
|
2 |
3 |
Hock/Becker |
GER |
145 |
20 |
13 |
20 |
16 |
20 |
20 |
20 |
16 |
|
3 |
23 |
Centner/Wolfram |
GER |
99 |
16 |
10 |
13 |
11 |
13 |
13 |
13 |
10 |
|
4 |
5 |
Schröder/Burkard |
SUI |
92 |
9 |
9 |
16 |
13 |
16 |
11 |
11 |
7 |
|
5 |
13 |
Zimmermann/Ziegler |
GER |
78 |
11 |
6 |
8 |
5 |
11 |
16 |
10 |
11 |
|
6 |
7 |
Brändle/Helbig |
SUI/GER |
65 |
10 |
5 |
9 |
6 |
9 |
10 |
7 |
9 |
|
7 |
97 |
Grabmüller/Grabmüller |
AUT |
63 |
13 |
11 |
|
10 |
|
|
16 |
13 |
|
8 |
17 |
Dodd Stefan/Dodd David |
GBR |
57 |
8 |
7 |
7 |
4 |
8 |
7 |
8 |
8 |
|
9 |
1 |
Hainbucher/Trautner |
AUT |
47 |
|
8 |
11 |
9 |
10 |
9 |
|
|
|
10 |
36 |
Reeves Tim/Reeves Tristan |
GBR |
45 |
|
20 |
|
25 |
|
|
|
|
|
11 |
8 |
Roscher/Cluze |
GER/FRA |
36 |
|
16 |
|
|
|
|
|
20 |
|
12 |
65 |
Steffes/Görlich |
GER |
34 |
4 |
1 |
5 |
2 |
5 |
8 |
6 |
3 |
|
13 |
88 |
Eilers/Freund |
GER |
31 |
|
4 |
10 |
8 |
|
|
9 |
|
|
14 |
18 |
Gürck/Eckert |
GER |
29 |
5 |
|
2 |
7 |
6 |
5 |
|
4 |
|
15 |
34 |
Röllin/Burkart |
SUI |
27 |
6 |
3 |
6 |
3 |
|
4 |
|
5 |
|
16 |
56 |
Rutz/Äberli |
SUI |
16 |
|
|
4 |
|
|
6 |
|
6 |
|
17 |
42 |
Ruppert/Ruppert |
GER |
14 |
2 |
|
3 |
1 |
|
3 |
5 |
|
|
18 |
77 |
Bereuter/Hofer |
SUI |
9 |
|
|
2 |
|
7 |
|
|
|
|
19 |
38 |
Purschert/Müri |
SUI |
8 |
|
|
|
|
|
2 |
4 |
2 |
|
20 |
19 |
Kiser/Engelmann |
SUI |
7 |
7 |
|
|
|
|
|
|
|
|
21 |
41 |
Baert/Wasiak |
BEL/GER |
4 |
|
|
|
|
|
1 |
3 |
|
|
22 |
11 |
Green/Kolloch |
GBR/GER |
4 |
3 |
|
1 |
|
|
|
|
|
|
|
Quelle: www.idm.de
IDM-Finale 2009 auf dem
Hockenheimring:
Schlosser/Hänni schließen IDM
Sidecar-Saison siegreich ab
Hockenheim - Vor 28.300 Zuschauern konnten am Sonntag (13. September)
die bereits als Meister der Klasse IDM Sidecar feststehenden Schweizer
Markus Schlosser/Adolf Hänni auf dem Hockenheimring einen weiteren
Sieg verbuchen. Zum siebten Mal in der Saison 2009 kletterten sie bei
spätsommerlich warmen Wetter auf das oberste Treppchen. Im Rennen
selbst hatte es allerdings ganz wenige Nieseltröpfchen gegeben.
Markus Schlosser/Adolf Hänni bewiesen einmal mehr ihre Klasse und dass
sie zu Recht die neuen Meister der Klasse IDM Sidecar geworden waren.
Auch beim Finale in Hockenheim war den beiden Schweizern das Wasser
nicht zu reichen und sie holten sich nach der Poleposition am Samstag
auch den Sieg im Rennen am Sonntag. Vom Start weg führte das Gespann
das Rennen an und niemand war auch nur ansatzweise in der Lage ihnen
Paroli zu bieten. Nachdem Schlosser/Hänni der Sieg vom Sachsenring in
der Woche vor dem Finale nachträglich wieder aberkannt worden war und
sie dort als Zweite gewertet wurden, holten sie sich den siebten Sieg
im siebten Rennen.
In der Halbzeit des Rennens begann es ein wenig zu tröpfeln, dann
hörte es wieder auf. Mike Roscher/Gregory Cluze hatten sich in der
Anfangsphase auf den zweiten Rang gesetzt und sollten diesen auch
nicht mehr hergeben. Auch wenn sie ein paar wenige Runden im Vergleich
zu Schlosser schneller fahren konnten, kontrollierte der doch den
Abstand und drehte einfach wieder auf, wenn Roscher zu nahe kam.
Kurt Hock/Enrico Becker waren als frisch gebackene Podestbesucher
eines Superside WM-Laufes zum Finale gereist. Beim Finale der
Weltmeisterschaft waren sie zuletzt als dritte aufs Podest gefahren.
Und eben jene Position strebten sie in Hockenheim erneut an. Zunächst
hatten sie sich noch der Angriffe der Gebrüder Michael und Bernd
Grabmüller zu erwehren, doch schon nach wenigen Runden konnten sich
Hock/Becker freischwimmen. "Ein bissel langweilig", beschrieb Hock das
Rennen aus seiner Sicht. "Ich hatte mich in dem leichten Regen etwas
zurückgehalten, wollte kein Risiko eingehen und nur ankommen. Ich war
dann aber trotzdem froh, als ein paar zu überrundende Piloten
auftauchten. Da war wenigstens wieder etwas los!"
Dahinter gab es interessante Kämpfe. In der Schlussphase waren die
Brüder Grabmüller, Robert Zimmermann/Maik Ziegler, Wolfram Centner/Andy
Wolfram, Peter Schröder/Anna Burkard, Rocco Ozimo/Massimo Zanarini
sowie Konrad Brändle/Mike Helbig waren allesamt im Bereich von
1:35-Minuten unterwegs. Allerdings war das Feld dabei schon weit
auseinander gerissen. Dasjenige Gespann, welches am meisten Boden gut
machen konnte, war das von Schröder/Burkard. Sie waren aus der ersten
Runde nur als 20. Zurückgekommen, da sie am Start den Motor ausgehen
lassen hatten. Dann pflügten sie sich durch die Sidecar-Meute. In der
zwölften Runde waren sie an Centner/Wolfram dran und wollten schon
attackieren, als sie wieder auf den neunten Platz abrutschten.
Zwischen ihnen ging es noch um Gesamtrang drei in der Meisterschaft.
Schröders Rundenzeiten gingen in den Keller und man verlor erneut
Platz für Platz. Am Ende holten sie sich den zehnten Rang, womit
Gesamtrang drei in der IDM Sidecar-Meisterschaft des Jahres 2009 an
Centner/Wolfram ging. "Das war wirklich unerwartet", gab der
überglückliche Centner nach dem Rennen zu. "Wir hatten Anfang des
Jahres gedacht, dass wir so um den sechsten/siebten Rang kämpfen
würden, wenn alles gut läuft. Aber wir waren konstant und zuverlässig
und haben es geschafft. Heute war noch schwierig. Ich hab das ganze
Rennen über gerechnet, nach vorn geschaut, in den Rückspiegel
geschaut. Das hat mich vielleicht Nerven gekostet, aber am Ende haben
wir es ja geschafft."
Mit Ende des Rennens sammelten sich alle ins Ziel gekommenen Teams in
der Sachskurve und bedankten sich bei den vielen Fans. "Die Leute
haben alle geklatscht und ich dachte die kennen mich alle", freute
sich Ur-Gestein Adolf Hänni. "Und da wird aufhören schwierig. Der
Pekka [Päivärinta] ist zufrieden mit mir und daher werde ich noch
einmal weiter machen." Hänni hatte sich wenige Tage vor dem IDM-Finale
auch noch den Vizeweltmeister-Titel im Seitenwagensport gesichert.
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