Auch Reeves konnte Schlosser nicht bezwingen
Text und Bilder: Hubert Lebeau
Mit dem Sieg Nummer zwei haben die Schweizer Markus Schlosser/Adolf Hänni im zweiten Rennen der Sidecars ihren Anspruch auf den Titelgewinn in der Internationalen Deutschen Meisterschaft untermauert. Diesmal waren auch die dreifachen Gespann-Weltmeister Tim und Tristan Reeves am Start, nachdem Tim Reeves den IDM-Saisonauftakt am Lausitzring wegen eines abgelaufenen Reisepasses versäumt hatte. Doch auch die erfolgsverwöhnten Engländer fanden weder im Training noch im Rennen ein Mittel gegen die Meister von 2007, erwiesen sich aber als hartnäckige Verfolger.
Das Brüderpaar von der britischen Insel hatte im Training die zweitschnellste Zeit hinter Schlosser Hänni erzielt, gefolgt von Roscher/Cluze, Grabmüller/Grabmüller und Hock/Becker. Mit einem Bombenstart aus der zweiten Reihe schoss Kurt Hock direkt hinter Schlosser/Hänni auf den zweiten Platz nach vorn, noch vor Tim und Tristan Reeves. Die Engländer passierten ihre deutschen Teamkollegen erwartungsgemäß noch in der ersten Runde, aber da hatte Markus Schlosser, der angesichts des neuen Gegners diesmal auf seine sonst übliche Abwartetaktik verzichtet hatte, sich schon leicht abgesetzt. Tim Reeves hetzte hinter dem schweizerischen Gespann her, fiel aber, als die Überrundungsvorgänge begannen, weiter zurück.
Dahinter konnten nur Mike Roscher/Gregory Cluze #8 die Lücke zu den Drittplatzierten Hock/Becker #3 schließen. Der Nordhesse mit seinem französischen Copiloten hing zunächst hinter den Schweizern Schröder/Burkhard fest, machte aber, nachdem er sich an jenen vorbeigekämpft hatte, schnell Boden auf Hock gut und konnte diesen auch vom dritten Platz verdrängen. Im Respektabstand von zuletzt zwölf Sekunden waren die Gebrüder Grabmüller aus Wien und die sächsisch-thüringische Paarung Centner/Wolfram in einem Zweikampf um die Plätze fünf und sechs so mit sich selbst beschäftigt, dass der Anschluss zur Spitze verloren ging.
Hainbucher/Trautner und Eilers/Freund konnten ihre anfänglich guten Positionen nicht halten und fielen bis auf Rang acht bzw. zwölf zurück. Hinter Schröder/Burkhard, die Siebte wurden, und Vorjahresmeister Harald Hainbucher setzte sich mit Stefan und David Dodd ein weiteres englisches Brüderpaar gut in Szene. Sie verwiesen Zimmermann/Ziegler, die Fünften vom Lausitzring, und Brändle/Helbig auf die Plätze zehn und elf.
Das Rennen wurde zwei Runden vor Schluss abgebrochen, weil nach verschiedenen „Feindberührungen“ mehrere Verkleidungsteile auf der Strecke herumlagen, unter anderem der Seitenwagen-Kotflügel, den Tim Reeves im Infight beim Überrunden langsamerer Konkurrenten eingebüßt hatte. Der Engländer musste nach diesem Missgeschick die Jagd auf den Führenden Markus Schlosser endgültig abblasen und erheblich Fahrt herausnehmen, sodass Mike Roscher in der Schlussphase des Rennens bedrohlich nah an ihn heranrückte. Der Abbruch war Pech für Roscher/Cluze und Glück für Reeves/Reeves, die so ihren 2. Platz hinter Schlosser/Hänni, aber vor Roscher/Cluze sowie Hock/Becker retten konnten.
In der Meisterschaftswertung haben Schlosser/Hänni mit der Maximalpunktzahl von 50 die Nase vorn vor Hock/Becker (33) und Centner/Wolfram (26).


 

Platzierung Start-Nr. G = Gaststarter    
1 55 Schlosser/Hänni SUI LCR-Suzuki
2 36 Reeves/Reeves GBR LCR-Suzuki
3 8 G Roscher/Cluze GER LCR-Suzuki
4 3 Hock/Becker GER Hock-Eigenbau
5 97 Grabmüller/Grabmüller AUT RSR-Suzuki
6 23 Centner/Wolfram GER LCR-Suzuki
7 5 Schröder/Burkhard SUI LCR-Suzuki
8 1 Hainbucher/Trautner AUT/GER RSR-Suzuki
9 17 Dodd Stefan/Dodd David GBR LCR-Yamaha
10 13 Zimmermann/Ziegler GER LCR-Suzuki
11 7 Brändle/Helbig SUI/GER LCR-Suzuki
12 88 Eilers/Freund GER RSR-Suzuki
13 34 Röllin/Burkart SUI LCR /Yamaha
14 77 Bereuter/Hofer SUI LCR-Swissauto
15 65 Steffes/Görlich GER LCR-Suzuki
16 75 G Kentrop/Daalhuizen NED  
17 56 Rutz/Born SUI/GER LCR-Yamaha
18 42 Ruppert/Ruppert GER Yamaha R1
19 18 Gürck/Eckert GER LCR-Suzuki
20 11 Green/Kolloch GBR/GER LCR-Honda
21 29 G Croft/Walker GBR Windle
22 41 Beart/Wasiak NED/GER RCN-Suzuki
23 38 Purtschert/Lüönd SUI LCR-Suzuki
 
2. Lauf - Motorsport Arena Oschersleben
Platzierung Start-Nr.     Punkte
1 55 Schlosser/Hänni SUI 50
2 3 Hock/Becker GER 33
3 23 Centner/Wolfram GER 26
4 97 Grabmüller/Grabmüller AUT 24
5 36 Reeves Tim/Reeves Tristan GBR 20
6 5 Schröder/Burkard SUI 18
7 13 Zimmermann/Ziegler GER 17
8 8 Roscher/Cluze GER/FRA 16
9 7 Brändle/Helbig SUI/GER 15
10 17 Dodd Stefan/Dodd David GBR 15
11 34 Röllin/Burkart SUI 9
12 1 Hainbucher/Trautner AUT 8
13 19 Kiser/Engelmann SUI 7
14 18 Gürck/Eckert GER 5
15 65 Steffes/Görlich GER 5
16 88 Eilers/Freund   4
17 11 Green/Kolloch GBR/GER 3
18 42 Ruppert/Ruppert GER 2

Quelle: www.idm.de
2. IDM-Lauf 2009 in der Motorsport Arena Oschersleben
Erneuter Sieg für Markus Schlosser / Adolf Hänni bei den IDM Sidecars

Vor 14.200 Zuschauern sicherte sich das Duo Markus Schlosser/Adolf Hänni am Wochenende (15.-17. Mai) in der Motorsport Arena Oschersleben den Sieg in der Klasse IDM Sidecar. Bei bestem Motorsport-Wetter (Sonnenschein, Temperaturen um die 25 Grad) war gegen die Schweizer in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft, Klasse IDM Sidecar, kein Kraut gewachsen.
Pole-Position, schnellste Rennrunde, Sieg und Tabellenführung ausgebaut. So oder so ähnlich lässt sich das Wochenende des Teams Markus Schlosser/Adolf Hänni zusammenfassen. Dabei hätten sie beinahe noch echte Konkurrenz im Kampf um den Sieg bekommen. Der dreifache Weltmeister Tim Reeves gab mit seinem Bruder Tristan seinen Einstand in der IDM Sidecar. Bei bisherigen Einsätzen waren sie nur als Gaststarter unterwegs, in dieser Saison sind sie aber fest in die Meisterschaft eingeschrieben.
Die Reeves-Brüder aus Großbritannien holten sich auch den zweiten Startplatz für das Rennen und verloren auf Schlosser nur rund 1,1 Sekunden, was im Rennen ungefähr einer Gespannlänge entspricht. Daher waren Hoffnungen auf einen spannenden Kampf um den Sieg durchaus berechtigt. Doch es kam alles anders. Schlosser/Hänni erwischten den besten Start, Reeves/Reeves hingegen fielen etwas zurück. "Sogar hinter unsere Teamkollegen", grummelte Tim Reeves nach dem Rennen spaßig in Richtung Kurt Hock/Enrico Becker, welche am Ende den vierten Rang holen konnten.
Weil Reeves durch die Aufholjagd nicht von Beginn an voll angreifen konnte, hatte Schlosser die Möglichkeit rund zwei Sekunden Vorsprung heraus zufahren. Als die Briten zur Verfolgung der Schweizer ansetzten, schafften sie es nicht mehr, die Lücke zu schließen, konnten den Rückstand aber konstant halten. Dann standen die Überrundungen an. "Wir sind nicht an allen zu überrundenden optimal vorbei gekommen", erklärte Reeves, dass der Rückstand auf Schlosser dann doch noch auf fast eine halbe Minute anwachsen konnte.
Nach 14 Runden wurde das Rennen abgebrochen, ohne dass es einen größeren Unfall gegeben hatte. Lediglich ein paar Gespanne waren miteinander kollidiert und es lagen Trümmerteile auf der Fahrbahn. Das war auch etwas Glück für die Reeves-Brüder. Denn sie waren in eine dieser Kollisionen verwickelt und hatten einen Teil der Verkleidung verloren. "Dabei haben wir auch etwas am Sidecar verloren - das Rennen war gelaufen", fand Tim Reeves. Das war auch der Grund, warum Mike Roscher mit seinem neuen Co-Piloten Gregory Cluze noch aufholen konnte.
Roscher gelang es, den Rückstand zu Reeves von über 20 auf nur noch eine Sekunde zu verkürzen. "Ich habe Tim und Tristan vor mir gesehen und dann noch mal richtig Druck gemacht", sagte Roscher. Aber der Abbruch machte dieses Vorhaben zunichte und Roscher/Cluze wurden als Dritte gewertet.
Markus Schlosser und Adolf Hänni waren nach ihrem zweiten Sieg im zweiten Saisonrennen natürlich voll zufrieden. "Hier sitzt der dreifache Weltmeister neben uns, wenn wir da jetzt hier oben hocken, ist das für uns natürlich gewaltig", bracht es Schlosser auf den Punkt.
In der Gesamtwertung führen Schlosser/Hänni nach zwei Läufen mit der Idealpunktzahl von 50. Kurt Hock/Enrico Becker liegen mit 33 Zählern dahinter aber noch vor Wolfram Centner/Andy Wolfram (26), den Gebrüdern Bernd und Michael Grabmüller (24) sowie Tim und Tristan Reeves (20).


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