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LCR
- F2 Gespann
(2006)
Die
F2 Gespann-Szene ist vor allem in England sehr verbreitet. An den
Rennen der TT auf der Isle of Man sind nur diese Formel 2
Gespanne zugelassen, da man vor ca. 20 Jahren die sogenannten Formel 1
Gespanne als zu schnell empfand. Ich hatte damals einige Kunden,
die mit LCR F1 - Gespannen an der TT erfolgreich teilnahmen. Das erste
LCR Gespann ist aber schon 1978 mit dem Team Holzer/Meierhans auf der
Isle of Man angetreten und hat allen Vorhersagen zum Trotz alle Läufe
beendet. Das damalige Gespann hatte ein Monocoque-Chassis und
Querlenkeraufhängungen. Diese Bauweise sieht wohl nicht sehr
solide aus, hat aber unbestritten sehr hohe Stabilität, was dann auf
der TT auch bewiesen wurde.
Vor
ca. 1 Jahr hat mich der ehemalige Sidecarweltmeister Klaus Klaffenböck
angefragt, ob ich nicht Interesse hätte, für ihn ein TT
taugliches Gespann zu bauen. Klaus Klaffenböck ist (obwohl er als
Superbike-Teamchef genug zu tun hat) nach wie vor sehr am
Gespannsport interessiert. Nach verschiedenen Ueberlegungen
konnte ich mich dazu entschliessen, ein derartiges Projekt in Angriff
zu nehmen. Wichtige Gründe: Die F2 Fahrzeuge mit 600ccm seriennahen
Motoren sind vor allem auch für Einsteiger ein ideales Gerät. Ca. 30
bis 50 % billiger als die F1-Gespanne mit 1000ccm. Technisch weniger
anspruchsvoll, einfach im Unterhalt. In England sind über 100 Teams,
die Sonntag für Sonntag Rennen bestreiten. Ein Nachteil der Klasse
war sicherlich, dass es kaum Hersteller gibt, die sich
professionell mit der Produktion befassen und daher die Teams etwas
zuviel selbst Basteln mussten.
Ziel
meines Einsatzes für die F2 ist es, zu zeigen, dass solche Fahrzeuge
vor allem auch auf dem Kontinent eine Zukunft haben können, wenn sie
mit einigen technischen Neuerungen und mit etwas attraktiverem Design
verbunden sind. Um mich bestens in die Materie einzuarbeiten wurden nebst
Klaffenböck/Parzer auch das Team Laidlow/Farrance zurate gezogen, da
diese sehr viel F2 Erfahrung mitbringen. Meine Konstruktion hält sich
selbstverständlich exakt an das bestehende Technische Reglement, hat
aber einige deutliche Vorteile gegenüber der Konkurrenz: Das Chassis ist
unterteilt in verschraubte Sektionen, was bei Unfallschäden ein
schnelles und preiswertes reparieren ermöglicht. Hinterradschwinge,
Seitenwagenradaufhängung und Motor sind durch gefräste
Aluminiumteile verschraubt, was viel Flexibilität bei Geometrie und
auch Motorwahl ermöglicht. Das Vorderrad hat eine komplett
neuartige Bremsanlage und kann daher sehr einfach und schnell
gewechselt werden. Da ich weiss, wie wichtig die optimale
Mitwirkung des Passagiers ist, habe ich versucht den ganzen
Bereich, wo er sich bewegt, bestmöglichst zu gestalten. Die
Verkleidung ist wie bei den F1-Gespannen im Cockpitbereich einteilig
mit dem Sitz verbunden und ist auch vom F1 abgeleitet, was eine klare
optische Aufwertung des F2-Gespannes bedeutet.
Ich
hoffe natürlich dass sich obige Überlegungen als richtig erweisen
und die F2 Gespanne dadurch auch bei uns etwas poulärer werden und
sich als Einsteigerklasse in den Gespannsport vermehrt anbieten. Der
abgetretene, erfolgreichste Gespannfahrer aller Zeiten, Steve Webster
ist von dieser Idee ebenfalls überzeugt und wird ab sofort alle LCR
Produkte in England vertreiben und betreuen und sich vor allem
auch um den Nachwuchs kümmern, an den er sein riesiges Know How
weitervermitteln will.
Viele Grüsse
Louis Christen |