Streuers cleverer Schachzug führt zum Sieg

Ein spannendes Sprintrennen boten Bennie Streuer und Tim Reeves (beide Bonovo Action Team/Adolf RS) den zahlreichen Zuschauern und Sidecar-Fans in Schleiz. Reeves, der von der Pole Position startete, kam gut weg und hielt die Führung inne. Zusammen mit seinem Beifahrer Kevin Rousseau spulte er eine schnelle Runde nach der anderen ab und sie ließen die Lüke zum restlichen Feld stetig wachsen. Nur Bennie Streuer und Kevin Kölsch (Bonovo Action Team/Adolf RS) klebten den in Führung liegenden wie Kaugummi am Heck. Streuer machte Druck und ließ Reeves immer wieder spüren, dass mit ihm jede Sekunde zu rechnen sein könnte. Doch der Niederländer traf keine überstürzten Entscheidungen, holte auch nicht zum Überholen aus, sondern studierte Reeves akribisch wie ein Schachspiel.

In der vorletzten Runde des Rennens kam schließlich die Attacke von Streuer/Kölsch. In einem fairen Überholmanöver zogen sie an Reeves/Rousseau vorbei und fuhren wie von der Leine gelassen auf und davon. Reeves hatte keine Chance mehr den Positionswechsel rückgängig zu machen und musste sich schließlich geschlagen geben. „Es war eines der besten Rennen, die wir in der IDM gefahren sind“, sagte Streuer vor der Siegerehrung, und weiter: „Weil Tim [Reeves] immer schwierig zu überholen ist, habe ich ihn lange beobachtet, bis ich mir sicher war.“ Trotz des verlorenen Sieges war auch Reeves begeistert vom Rennen. Der Brite, der nach seinem Antritt auf der Isle of Man TT ein paar Wochen pausierte, sagte; „Das war ein guter Kampf mit Benny“. Er habe es genossen, sich mit seinen Gegnern ein gutes Rennen auf dem Schleizer Dreieck zu liefern. „Aber morgen wird der Spieß umgedreht“, kündigte der achtfache Weltmeister an.



Dritter wurden Markus Schlosser und Marcel Fries (Team Schlosser/LCR F1). Die beiden Schweizer starteten von Position fünf ins Rennen, kamen jedoch zu Beginn nicht in die Puschen. Doch Schlosser ist dafür bekannt, sich erst ein wenig warm fahren zu müssen, bevor er seine Pace erreicht. Und so eilte er nach etwa vier von neun vergangenen Rennrunden in Siebenmeilenschritten in Richtung Front. Dabei kassierte der Weltmeister von 2021 seine Rivalen Pekka Päivärinta und Ilse De Haag ein und versetzte schließlich auch noch Josef Sattler und Luca Schmidt (Bonovo Action Team/Adolf RS) auf Position vier. Damit ließ er den Wunsch von Sattler im Nu verpuffen, in Schleiz zwischen all den Weltmeistern aufs Treppchen zu kommen.

Ob sich sowohl Reeves Wunsch als auch der von Sattler in diesem Jahr noch erfüllen wird, zeigt sich am Rennsonntag um 11.45 Uhr.

Foto: RH Media

Text: Rowena Hinzmann

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