Vorne gewinnt Reeves, hinten wird gefightet


Tim Reeves und Kevin Rousseau (Bonovo Action Team/Adolf RS) gewinnen auch das zweite IDM-Rennen der Sidecar-Klasse in Most. Ganz fehlerfrei verlief das Rennen für das erfahrene Gespannteam aber nicht.

Die Ampel schaltete auf Grün und die neun Sidecars rollten unter dem mächtigen Dröhnen der Motoren an. Nur Reeves kam nicht wie erwartet von seiner Pole-Position. Josef Sattler/Luca Schmidt (Bonovo Action Team/Adolf RS) und Peter Kimeswenger/Ondřej Sedláček (MRSC Gunskirchen SRT#11/ LCR Yamaha) gingen an ihm vorbei, ehe der Brite in Schwung kam. Aber Tim Reeves ist bekannt für seinen Ehrgeiz und so marschierte er in Siebenmeilenschritten voran. Vorbei an Kimeswenger, vorbei an den Führenden Sattler in Runde fünf und der Kurs zum nächsten Sieg war wieder frei. Was war beim Start passiert? „Ich habe mich verschaltet und bin im falschen Gang gestartet. Das hat Zeit gekostet“, sagte Reeves. Auch einem achtfachen Weltmeister passieren noch Fehler.

Sattler und sein Beifahrer Schmidt überquerten neun Sekunden später die Ziellinie und wurden Zweite. Schweißgebadet aber zufrieden waren die beiden, die am Vortag noch Probleme mit ihrem Speed hatten. „Heute liefs gut. Wir hatten endlich mal wieder eine bessere Pace, auch wenn wir an die Zeiten von letztem Jahr noch nicht wieder herankommen“, so Sattler. Bis zum nächsten Rennen in Schleiz wollen sie weiter die Ursache ergründen.

Wie auch am Vortag erkämpfte sich Kimeswenger den dritten Platz auf dem Podium. Im Rennen wurden sie von Janez Remše und Manfred Wechselberger (REMSE RACING | PSV WELS/ Adolf RS) scharf attackiert, die allerdings etwas übermotiviert das Überholmanöver ansteuerten und schließlich zu spät bremsten. Für Remše und Wechselberger ging es anstatt nach vorn, schließlich gerade aus durch die Auslaufzone. Da sie die Auslaufzone nicht als Vorteil nutzen dürfen, reihten sie sich wieder hinter Kimeswenger/Sedláček und das nachfolgende Gespann von Lennard Göttlich und Uwe Neubert (Bonovo Action Team/Adolf RS F1) ein. Kurz darauf profitierten sie von einem Fahrfehler seitens des Nachwuchstalents Göttlich, durch den sie sich Platz vier sicherten.

Göttlich/Neubert wurden Fünfter, Max Zimmermann und Ronja Mahl (Team Zimmermann/ Adolf RS) landeten auf Rang sechs vor den beiden Estländern Eero Pärm und Lauri Lipstok (Pärm Racing Team/Adolf RS).

Für Markus Schwegler und Ondrej Kopecky (Motorsport Königswartha e.V./ LCR Yamaha) endete das Rennen nach einem erfolglosen Kampf um Position drei gegen Kimeswenger in der vorletzten Runde auf einem enttäuschenden neunten Platz. Als Schwegler zur Attacke blasen wollte, verschaltete er sich und blieb mit dem Fuß kurz hängen. Dadurch bremste er viel zu spät am Ende der Geraden. Die Auslaufzone fing das Gespann zwar gutmütig auf, aber der letzte Platz auf dem Podium war damit Geschichte. „Schade, ich hätte mir gern den dritten Platz geschnappt“, so Markus Schwegler, der bereits nach einem Dreher am Samstag im Sprintrennen Achter wurde.

Auch wenn beide Rennen von Tim Reeves und Kevin Rousseau klar dominiert wurden, gab es für die Zuschauer der Sidecar-Rennen viele spannende Überholmanöver zu sehen, die bei dem ein oder anderen Fan mit Sicherheit den Puls haben höher schlagen lassen. In Schleiz sind die Karten wieder neu gemischt. Und wer schon einmal in Schleiz war, weiß, dass hier Überraschungen keine Ausnahme sind.

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